Literatur: Männergebete

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Wie spricht ein Mann mit Gott?

Spricht er überhaupt mit ihm?
Wer sich klassische Gebetbücher oder Sammlungen von Gebeten anschaut, findet wenig, was Männer anspricht. Meist sind es Floskeln, die rührseligen Texte bieten wenig Handfestes, fast so als sei Beten reine Frauensache.
Die Gebetssammlung „Männergebete“ von  Andreas Ebert und Gregor Moser schafft da auf männliche Art Abhilfe. 

Andreas Ebert, langjähriger Leiter des Spirituellen Zentrums St. Martin in München, hat auf 128 Seiten Texte aus der Bibel, von Heiligen, spirituellen Vorbildern, aber auch einfach von Männern zusammengetragen, die in oder nach schweren Krisen zu Gott gesprochen haben, sich ihm anvertrauten, ihre Seele komplett entblößten oder einfach nur Gott ihre Geschichte erzählt und ihm gedankt haben. So enstand eine  Sammlung von Texten, die in ihrer Direktheit, Schonungslosigkeit und Härte, aber auch inneren Sanftheit, wie sie so wohl nur Männer formulieren können.

 

Sieben Kapitel Gefühle

In sieben Abschnitten (Mit Gott unterwegs, Leben/Liebe/Leidenschaft, Vaterwunde/Mutter- wunde, Männergebete der Bibel, Kraftort Natur, Zwiesprache mit Gott: das Herzensgebet, Starke Worte für schwache Momente) macht das kleine Buch Angebote für die Kontaktaufnahme mit dem Schöpfer, dem Tröster, dem Beschützer, dem „Immer-da“, dem „Ich bin der Ich bin“, wie er sich selbst nennt. Dabei erscheint dieser nie verzärtelt oder fremd, sondern immer gefühlvoll, stark und ungebändigt, vor allem aber  real und sehr nah.

Die Bibel: Männergebete überall

Wer in den Quellen des kleinen Büchleins forscht, wird staunen: Sehr viele Texte sind der Bibel entnommen, etwa den Pasalmen, die König David zugeschrieben werden, der als ein Urtypus des Mannes gilt. Doch neben den Heiligen und spirituellen Vorbildern sind es die Texte der „normalen“ Männer, die direkt ins Herz treffen.

Wenn etwa ein Mann über seinen Burnout betet, sein Scheitern bekennt und sein Ringen an jedem neuen Tag. Wenn einer die Folgen seiner Überheblickeit sieht, keinen Ausweg weiß und Gott bittet, ihm auf dem Weg entgegenzukommen, der hinausführt. Ein anderer bittet in der Mitte des Lebens, um das rechte Maß und den nötigen Realitätssinn, um Neues zu beginnen, und um diesen neuen, noch fremden Abschnitt des Lebens annehmen und in ihm leben zu können.

Nie peinlich oder platt

Neben der großen Zahl der Texte machen auch die Auswahl und Einordnung in die verschiednenen Kategoiren dieses Büchlein zu einem Geschenk für alle Männer, die Ihrem Gott nahe sein oder wieder nahe kommen wollen. 

Nie sind die Texte platt oder peinlich. Die Sprache ist männlich und rauh aber dennoch liebevoll, fast zärtlich. Alle Betenden sprechen aus vollem Herzen und wollen den erreichen, von dem es heißt  „Wissen Sie, er ist wild, dieser Gott.“

Fazit

MÄNNERGEBETE von Andreas Ebert und Gregor Moser beweist, dass Mann beten kann, darf und vor allem sollte. Denn beten ist die Ausdrucksform, die unserer Seele. Das Buch zeigt aber auch: Männer beten anders. Wie, kann jeder Mann mit Hilfe dieses Buches einüben.

Männergebete, Flexcover, 128 Seiten, Claudius Verlag, ISBN 978-3-532-62469-2, 9,90 Euro

Anmerkung: Diese Rezension wurde unterstützt vom Claudius Verlag, München. Vielen Dank.

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