Literatur: Ein ganzer Mann

Literatur: Ein ganzer Mann

Eine integrale Perspektive

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›  Hinter diesem etwas sperrigen Titel verbirgt sich das kluge, wenn auch streckenweise etwas trockene Buch von Raymond Fismer.

Integral bezeichnet eine Weltanschauung, die sich um eine umfassende Sicht des Menschen auf die Welt, das Geistige und Göttliche bemüht. Sie ist keine einheitliche oder präzise Theorie, sondern eher der Versuch, möglichst alle natur-, human- und geisteswissenschaftlichen Ansätze sowie die Ideen und Vorstellungen anderer Weltsichten und spirituellen Traditionen zu vereinen.

Von der Landkarte...

Aus dieser Position heraus entwickelt Raymond Fismer seine Theorie von der Zukunft der Männlichkeit. 

Er beschreibt zunächst die Ausgangslage (Die Landkarte): Was prägt auf dem Gebiet von Bewusstsein – also Geist, Materie, Kultur und Gesellschaft – das Bild vom Mann? Im zweiten Teil des Buches skizziert er die Entwicklung der Männlichkeit auf vor dem Hintergrund von Biologie, Helden, Mythen, Gesetz und Ordnung bis zur sogenannten Postmoderne, also unserer Zeit, die Männlichkeit infrage stellt, um – darauf aufbauend – den Aufbruch zum integralen Mann zu beschreiben.

In Teil drei geht es, darum wie sich das Leben des Mannes in der modernen Zeit entwickelt, also wie die Landkarte aus Kapitel eins sich in der Wirklichkeit entfaltet: von der magischen Kindheit über den Jungen, den Jugendlichen und den erwachsenen Mann bis zum Vater und schließlich zu alten Mann.

... zur Realität

Diese Einteilung hat Fismer – wie alle Kapitel des Buches – an die integralen Stufen der Entwicklung angepasst, die er auf Seite 160 in einem farbigen Diagramm zeigt und denen er nicht nur die in der integralen Welt üblichen Farben zuordnet, sondern auch kurz und kanpp die Gefährdungen und das positive charakteristisch-männliche der jeweiligen Stufe benennt.

Das erstaunliche an dieser „Tabelle“: Während des Studierens kann jeder intuitiv für sich fühlen, auf welcher Stufe er beziehungsweise einer seiner Persönlichkeitsanteile gerade steht.

Fismer urteilt nicht

Das ist überhaupt die Stärke dieses Buches: Es urteilt über nichts und niemanden, sondern sieht jede Stufe der Entwicklung sowohl als Gefährdung als auch als Chance.

Fismer geht davon aus, dass jede Stufe auf den Erfahrungen und Erkenntnissen der vorhergehenden Stufe aufbaut, und dass die Aufgabe darin besteht, dies zu erkennen, die Erfahrungen anzunehmen und zu integrieren. Das Buch macht dazu keine starren Vorgaben.

Vielmehr analysiert es treffend welche Individuelle Entwicklungsstufe beim Zusammentreffen mit der Reife einer Gesellschaft zu welchem Typus Mann führen kann und entwirft anhand dieser Analyse ein Szenario für die Zukunft der Männlichkeit, die laut Fismer integral sein wird. (Kapitel vier)

Fazit

Dieses sehr interessante, aber streckenweise leider recht trockene Buch gibt einen guten Einblick in die integrale Denkweise und entfaltet gleichzeitig eine Perspektive für Männer jenseits der von der Gesellschaft und dem Konsum geprägten Stereotypen von Männlichkeit. Ein lesenswertes Sachbuch für alle, die Neuland betreten wollen – im Denken und in Sachen Männlichkeit.

Ein ganzer Mann von Raymond Fismer,  Paperback, 240 Seiten, Tredition Verlag,  ISBN: 978-3-7345-4463-7, 20,00 Euro

Anmerkung: Dieses Buch wurde mir vonm Tretition Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

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