12 Schritte…

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Es beginnt mit der Kapitulation

“Hallo, ich bin Stefan und ich bin arbeitssüchtig.” Mit diesem Satz begann im April 2024 meine Genesung. Die Kapitualtion vor der Sucht und das Bekenntnis, dass ich mein Leben nicht mehr meistern kann, sind der erste Schritt auf dem Weg zu einem gesünderen Verhältnis zu Arbeit und Bechäftigung. 

Doch ich eile der Zeit voraus. Meine Geschichte beginnt im Dezember 2023 mit einer Panikattacke in der Nacht. Um mich abzulenken ging, ich am kommenden Morgen zu Arbeit und hatte dort prompt eine weitere Panikattacke. Nach einer Krankschreibnung ging ich im März 2024 in die Adula-Klinik in  Oberstdorf .

Diese Akutklinik für Psychosomatik und Psychotheraüpie setzt auf ein ganzheitliches, spiritueles Konzept, das bekannte Thrapieformen mit der sogenannten therapeutischen Gemeinschaft verbindet. 

Diese Gemeinschaft, die ein lebendiges Miteinadert fördert, führt dazu, dass die Therapieerfahrungen Einzelner sich im Miteinander des Alltags auf die anderen Patienten auswirken und diese positiv beeinflussen. So entstehen emotionale, die Genesung fördernde Beziehungen.  

Körper und Psyche

In der Adula-Klinik erfuhr ich, was Langeweile ist. Ich  wurde unruhig, wenn meine Zeit nicht mit Aktivitäten gefüllt war. Davon hatte ich vor dem Zu7sammenbruch genug: Beruf, Betriebsratsvorsitz, Konzernbetriebsrat  ehrenamtlicher Arbeitsrichter, Loge, Chor, Tanzen – mein Tag hatte 48 Stunden. Und ich war stolz darauf.   

Mit der  Panikattacke war zogen Körper und Psyche die Notbnremse. Gerade noch rechtzeitig, wie meine Therapeutin in der Adula-Klinik sagte.

Arbeitsverbot – der kalte Entzug

Die Langeweile kam mit der ersten Maßnahme: meiner Therapeutin: einem striktes Arbeitsverbot! In der Adula-Klinik beteiligen sich die Patienten an der Organisation des Alltags. Zu diesen Diensten für die Gemeinschaft zählen  Stühle aufstellen, Kontakt zwischen der Therapiegruppe und dem Therapeuten halten, Leitung der Großgruppensitzungen. etc. Alles das war für mich tabu. Auch das Puzzeln im Foyer schränkete meine Therapeutin auf 30 Minuten am Tag ein. Ich drehte am Rad, wusste nichts mit mir anzufangen. Ich war im kalten Entzug! 



Ehrliche Frage mit der Bitte um eine ehrliche Antwort: Bist Du so gut, dass Du Dich nicht mehr verändern musst? Bist Du perfekt, so gut, dass nichts Neues mehr kommen kann?
Oder fürchtest Du Dich vor Veränderungen, Brüchen in Deinem Leben? Planst Du jeden Schritt genau, damit Du immer alles in der Hand, stets die volle Kontrolle hast?   Willkommen im Klub!

Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, …

… machst Du einen Plan, sagen die Moslems. Überlege, wie viele der wirklich wichtigen Dinge in Deinem Leben ausschließlich auf Deine Entscheidungen zurückzuführen sind. Wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, bleibt da nicht viel. Das Meiste von dem, was Du bist, verdankst Du einer Verkettung von Umständen, die Du nicht beeinflussen konntest.

Schicksal sagen die einen, Zufall die Anderen. Ich sage Gott.

Gott – Nicht als Planer jedes Details, jedoch als Initiator für Veränderung.

Entdecke die Möglichkeiten

Schenkt man der Symbolik dieser Parabel aus der Genesis Glauben, beschreibt sie das Urprinzip Gottes: die völlige Wahlfreiheit des Menschen bei seinen Entscheidungen.
Die Wahl ist einfach: Immer, wenn der Weg Anstrengungen verspricht oder auf unbekanntes Gelände führt, nimm diesen Weg. 

  • Denn solange Du den Weg des geringsten Widerstandes gehst, bleibst Du in Deiner Komfortzone und nichts bewegt sich.
  • Oft erkennen wir nicht einmal, dass wir in einer Komfortzone leben, denn es gibt sie auch in dunkel, schmerzhaft, schlecht.
  • Doch weil wir sie in- und auswendig kennen und Angst haben vor dem Neuen „da draußen“ richten wir uns auch in der unkomfortablen Zone wohnlich ein.
  • Wir verschließen die Augen vor den Möglichkeiten, die es außerhalb zu entdecken gibt.
    Wir leben, als gäbe es kein „Außen“. Der Kontrollfreak in uns verhindert unser Wachstum.

Es gibt nur eine Möglichkeit zu wachsen

Damit Du die Bremse in einem Leben lösen kannst, musst Du Dir eingestehen, dass Du keine Kontrolle hast, dass Dein Leben auch ohne Deinen Einfluss läuft.  

Dazu musst Du Dich nur dem Strom des Lebens überlassen, der Quelle in Dir vertrauen.

Oder wie der Franziskanerpater Richard Rohr in seinem Buch „Endlich Mann werden“ (Seite 216) schreibt:

„Wer sich ausliefert wird aufgefangen, und der Strom strömt durch ihn. Hindurch. Wer die Kontrolle nicht aufgibt, wird auch aufgefangen, doch der natürliche Strom des Geistes wird deutlich verlangsamt. (…) Sich dem göttlichen Strom auszuliefern bedeutet nicht aufzugeben, nachzugeben, zu kapitulieren, eine Marionette zu werden, naiv und verantwortungslos zu sein oder nicht mehr zu planen oder zu denken. (…) Auslieferung bedeutet die Bereitschaft zu vertrauen, dass ich ein geliebter Sohn (…) bin und zuzulassen, dass Gott mein Vater ist. Es ist tatsächlich so einfach.“

„Du hast nicht die Kontrolle“ – Aber wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben um eine Handbreit verlängern?“ (Lukas 12,25)

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